Ich bin ein Ruhrpott Kind. Immer wieder fällt mir auf, wie bestimmte Gewohnheiten auch ganze Regionen prägen. In Dortmund und Umgebung gibt es beispielsweise die Trinkhallen Kultur. Individuelle Büdchen mit „gemischter Tüte“, wo man sich Getränke holt und einfach und direkt angesprochen wird mit „Tach auch“ und bestenfalls dann ein lustiges Schwätzchen hält.
Direktheit, Offenheit, Unkompliziertheit – das sind für mich Eigenschaften, die diese Region und Kultur auch im Verhalten prägen. Diese beobachte ich auch immer wieder an meinem eigenen Verhalten.
In Unternehmen gibt es natürlich auch Unternehmenskulturen, die beobachtbar sind. Auch diese sind mitunter regional geprägt durch die Menschen, ihr Verhalten und ihre Gewohnheiten. Diese Gewohnheiten prägen wiederum die Art und Weise, wie auch mit Veränderungen umgegangen wird.
In manchen Unternehmen fällt Veränderung und Transformation leichter, weil man z.B. eher eine Grundoffenheit mitbringt. In anderen Systemen finden wir eher sogenannte „bewahrende Kräfte“, also Verhaltensmuster, die eher darauf einwirken, das Gegebene so zu bewahren und zu stabilisieren, wie es eben ist. Beides ist nicht richtiger oder falscher als das andere.
Die Frage ist immer, was genau WIE durch was genau erreicht werden soll – und zu welchem Sinn und Zweck.
Das „Problem“ mit unserem „Urzeitgehirn“
Wenn man effektives und wirksames Change Management verstehen möchte, muss man auf die Neurowissenschaft schauen. Diese gibt uns Aufschluss darüber, warum Menschen – auch mal unabhängig von den Kulturen – sich eher nicht so gern verändern.
Wichtige Gründe für das Gehirn, sich nicht zu verändern sind u.a.:
- Energieersparnis
- Psychologische Sicherheit
- Status Erhalt
Unser Verhalten besteht aus ca. 70 Prozent aus Gewohnheitshandlungen und nur ca. 25 Prozent der Menschen sind – durch ihre Persönlichkeitsstruktur – veränderungsbereiter. Dies kann man sich auch in PSI Potentialanalysen anschauen.
Die wichtige Erkenntnis für jeden Changebegleitenden ist also, dass wir mit Widerstand gegen Veränderung rechnen müssen. Dieser Widerstand findet natürlich auch, wenn wir Teil des Systems z.B. als Führungskraft sind, bei uns selbst statt.
Fragen Sie sich daher, wie es um Ihre eigene Veränderungsbereitschaft und Veränderungskompetenz steht und wie Sie sich gezielt damit auseinandersetzen und motivieren können (im Management Coaching). Denn ohne ein gutes Vorbild zu sein und ohne eine gute Vorbereitung im Change Management scheitern leider sehr viele Change Vorhaben.
Laut Studien sind immer noch lediglich ein Viertel der größeren Changeprozesse erfolgreich – im Sinne der erhofften Qualität der Umstellung von Prozessen und einem wirksamen Verhalten. Dies hängt u.a. damit zusammen, dass die eigene Auseindersetzung der Geschäftsführenden häufig darüber fehlt, was ein wirksames Change Management in der Vorbereitung und praktischen Begleitung alles bedeutet.
Vor allem auch in psychologischer Hinsicht wird der Aufwand und das, was es braucht, tendenziell zu stark unterschätzt – so jedefalls unsere häufige Beobachtung als systemische Organisationsentwicklerinnen.
Ich arbeite öfter auch im systemischen Business Coaching Dortmund, in meiner Heimat Region, mit Geschäftsführenden und Führungskräften. Nicht selten wird in meiner ersten keynote über wirksames Change Management im Führungskreis scharf auf mich geschossen. Ich nehme das nicht übel, weil ich weiß, dass natürlich auch diese Menschen mit ihrem eigenen Widerstand, ihrer eigenen Unsicherheit, ihrem eigenen Nicht-Wissen bzgl. der Veränderung zu tun haben.
Wirksam wird es erst dann, wenn diese Führungspersönlichkeiten ins Business Coaching Dortmund kommen und bereit sind, sich selbst zu reflektieren. Denn hier können wir uns dann in Ruhe über u.a. folgendes unterhalten:
- Was ist meine Rolle in diesem Veränderungsprozess?
- Was genau ist meine Verantwortung?
- Wie fit bin ich im Wissen über professionelles Change Management?
- Was muss ich mir dafür in meiner Kompetenz aneignen und wo lasse ich mich durch ExpertInnen unterstützen?
- Wie gehen wir den ersten Stepp im professionellen Change, die Planungsphase, gezielt an?
Hier geht es zum Blog Artikel über Changemanagement.
Meine Erfahrung ist, dass durch diese Auseinandersetzung zu Beginn, genau hier ein großer Erfolgshebel für die Veränderungsprozesse sitzt.
Effektive Change Begleitung im Business Coaching Dortmund
Gerade auch in Veränderungsprozessen, die sich um die Digitalisierung, KI Einführungen, Digital Leadership und AI Change drehen, ist meiner Ansicht nach folgendes noch mehr im Change Leadership und People Change zu beachten:
- Die Menschen haben es mit vielen Fragezeichen zu tun, weil die Technologie sehr neu ist, schnell voranschreitet und mitunter daher sehr schlecht einschätzbar ist
- Das macht unsicher und ängstlicher, zumal die Frage hinzukommt, ob man sich mit der Unterstützung der Veränderung ggf. selbst überflüssig macht
- Zudem kommt, dass die KI in der Regel recht einfach zu bedienen ist,
aber:
Die KI ist nicht einfach unreflektiert zu nutzen, jedenfalls nicht ohne Nebenwirkungen!
Daher ist es notwendig, Regeln festzulegen. Regeln die klar machen, WIE die KI zu nutzen ist und wie auch eben nicht.
Datenschutz, Ethik und klare Fakten statt Fakes – dies alles hängt da dran.
Auch die Gesundheit am Arbeitsplatz. Studien zeigen, dass durch KI ein erhöhtes Arbeitstempo und auch die Tendenz zum Multitasking zunimmt, was für das Gehirn gar nicht gut ist. Denn es kostet Energie. Unser Gehirn ist aber auf Routinen und Energiesparen ausgerichtet, daher ist die Gefahr dann hoch, dass wir ohne Regeln und geregelte Arbeitsprozesse mit KI in Überforderung und Chaos enden. Das möchte natürlich niemand. Wir alle möchten einen klugen und wirksamen Umgang mit der Technologie.
Aber wo setzen wir mit dieser hilfreichen Kontrolle an?
Geschäftsführende tun dies beispielsweise im systemischen Business Coaching Dortmund mit uns, wenn sie sich gezielt Gedanken über die Planung ihres Changeprozesses machen.
Zur Planung gehört u.a. ein guter Soll-Ist Abgleich, die Frage nach der Veränderungsnotwendigkeit, der Blick auf Bedürfnisse und Motive der Mitarbeitenden im Unternehmen, der Nutzen der Veränderung für verschiedene Persönlichkeiten, die Change Story, die damit verbundenen Ziele der Veränderung und wie genau ein guter Beteiligungsprozess der Menschen im System aus dem Changeprozess werden kann.
Denn nachgewiesen ist, dass wirksame Veränderung folgendes benötigt:
- Strategische Planung und einen ganzheitlichen Ansatz
- Gute Beteiligung aller im Prozess
- Die Stärkung der Selbstentwicklung und des Lernens innerhalb des Change Prozesses
Wenn das Lernen, Fehler machen und entsprechende Entwicklungs- und Experimentierräume von Führungskräften nicht mitgedacht werden, dann scheitern in der Regel irgendwann auf dem Weg die Change Vorhaben. Und davon hat niemand was bzw. es dient dann lediglich als nächster Beleg, dass Changeprozesse nichts bringen. Dadurch steigt die Veränderungsmüdigkeit und der Widerstand gegen Veränderung im System.
Es geht im Gegenteil genau hier drum:
Dass Menschen gute Erfahrungen mit Veränderung machen. Und es geht darum, dass das Gehirn sukzessive lernt, dass es für neues Verhalten belohnt wird.
Daher ist es so wichtig, dass Geschäftsführende im Business Coaching Dortmund ihre eigenen „Verführbarkeiten“ kennen lernen.
Bin ich jemand der gern plant oder eher intuitiver handelt?
Eine entscheidende Frage.
Unsere eigenen Verhaltenstendenzen spiegeln wir natürlich auch in die Rolle des Changeverantwortlichen. Führungskräfte, die gern operativ arbeiten und nicht gern strategisch planen, die haben möglicherweise die erste Hürde, wenn sie nun ihren Change ordentlich planen sollen.
Systemisches Coaching Dortmund – stark für die Region
Dortmund und der Pott feiert gern. Ganz besonders im Fußball spürt man die Fankultur, die starke Identifikation mit dem eigenen Team. Nach Erfolgen wird gefeiert! Und das ist genauso wichtig auch im Change Management.
Nach der so wichtigen Planungsphase kommt also die Umsetzungsphase im Change Management. Hier geht es im Kern darum, dass Menschen
- genug Zeit, Raum und Unterstützung bekommen, das gewünschte neue Verhalten zu lernen und aus alten Routinen auszusteigen
- immer wieder spüren, warum das wichtig ist und was ihnen das für einen Vorteil und Nutzen bringt
- dem Gehirn immer wieder signalisiert wird, dass es für Erfolge belohnt wird
Schnell Lernräume und Lernerfolge zu schaffen, das ist Aufgabe der ChangemanagerInnen. Erfolge sichtbar zu machen und bestenfalls so zu feiern, wie die Fans beim Tor ihrer Mannschaft, das bringt eine Menge für den effektiven Change Ablauf.
Wichtig ist dabei auch die Verbindlichkeit. Changebegleitende sind aufgefordert immer wieder Lerngegleitende, AnsprechpartnerInnen und Feedback Gebende zu sein. Die verbindliche Einhaltung von Regeln, die Beobachtung und der Austausch darüber, all das ist Führungsaufgabe. Das kostet Zeit, die eingeplant werden muss in der Führungsrolle.
Die Kontinuität beim Lernen, der Lerntransfer muss von Anfang an in der Changestrategie mitgedacht werden. Es ist wichtig, genug Ressourcen – allem voran Zeit Ressourcen – dafür zur Verfügung zu stellen.
Veränderung ist ein Prozess – und dieses Spiel geht auf Zeit.
Wer von Menschen und ihren Gehirnen erwartet, dass sie sich mal eben schnell umstellen und mal fix auf Neues einstellen sollen, der hat möglicherweise Vieles noch nicht verstanden.
Gehören Sie zu den Menschen, die Changemanagement klug, wirksam und produktiv umsetzen und voran bringen wollen?
Lust auf Change Erfolge und die Reflexion Ihres Anteils daran im Business Coaching Dortmund, Münster und anderer Orts?
Kommen wir gern ins Gespräch:
02501 – 264 99 06
Kontakt aufnehmen
Hier geht es zu weiteren Infos:
Change Management & Transformation
Personalentwicklung
Systemische Führungskräfteentwicklung
Teamcoaching aus Münster
